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5.11.2021 Landkreis Ostallgäu. Mit dem Projekt „Blütenreich Ostallgäu“ will der Landschaftspflegeverband die einst häufige, artenreiche Flachland-Mähwiese in den Landkreis zurückbringen.

Nicht nur wurden in diesem Sommer hierfür rund 300 noch intakte Wiesen als „Spenderflächen“ kartiert. Auch meldeten sich 30 Landwirte und Landwirtinnen als Interessenten. Die Flächengrößen reichen von wenigen 1000 Quadratmeter bis hin zu mehreren Hektar.

„Ihre extensiv genutzten, zweischürigen Wiesen eignen sich hervorragend für eine Artanreicherung mittels Ansaat oder Mahdgutübertragung“, sagt Gruber. Hierfür werden die Samen mit einer speziellen Maschine, dem „Wiesefix“, aus dem reifen Wiesenbestand einer artenreichen Spenderfläche ausgebürstet, anschließend getrocknet und innerhalb der nächsten zwei Jahre auf artenärmere Empfängerflächen (Extensivwiesen) ausgebracht.

2021 wurden etwa 13,5 Hektar beerntet und so rund 55 Kilogramm heimisches Saatgut gewonnen. Mit etwas Geduld entwickeln sich auf diesen Flächen mit der Zeit wieder intakte Flachland-Mähwiesen mit zahlreichen Blühpflanzen wie Margeriten, Flockenblumen und Wiesenbocksbart, die in der Vergangenheit ein wichtiger Lebensraum für heimische Insekten waren und zukünftig wieder sein sollen.

„Kommerzielles Regiosaatgut kann hier zwar auch helfen, doch ist dies niemals so perfekt an die standörtlichen Gegebenheiten im Ostallgäu angepasst, wie aus lokalen Beständen gewonnene Samen“, erklärt Gruber.

Deutschland gliedert sich in 22 Herkunftsgebiete, innerhalb derer Saatgut einheimischer Wildpflanzen der Herkunftsqualität „Regiosaatgut“ gesammelt und vertrieben werden kann.

Das im Ostallgäu am stärksten vertretene Herkunftsgebiet 17 reicht von Singen am Hohentwiel im Westen bis nach Freilassing im Osten.

Gruber: „Da liegt es nahe, dass eine Art je nach Herkunft genetische Unterschiede aufweisen kann und am Bodensee besser gedeiht als vor den Toren Salzburgs.“

Wie groß die genetischen Unterschiede einer Art innerhalb und zwischen den sogenannten Herkunftsgebieten sind, soll eine wissenschaftliche Untersuchung nun zeigen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Dr. Walter Durka und Dr. Stefan Michalski am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle will diese Fragen klären.

Basis der Forschung sind rund 6000 von freiwilligen Helferinnen und Helfern gesammelte Pflanzenproben von ausgewählten Arten aus dem gesamten Bundesgebiet.

Am Sammeln der Pflanzenproben hat sich auch das Wiesenhilfsprojekt Ostallgäu tatkräftig beteiligt. Ziel ist es, für jede der Arten die innerartliche genetische Vielfalt über die verschiedenen Regionen Deutschlands hinweg zu ermitteln. Somit könnte es in Zukunft möglich sein, regional noch besser angepasstes Wiesensaatgut zu produzieren und somit einen weiteren Schritt in Richtung artenreicher Wiesen zu gehen.

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